Dramatische Rettungsaktion für junge Turmfalken

Tierdrama findet Dan kgemeinsamer Aktion der Feuerwehren aus Iggingen und Gmünd mit dem NABU eingutes Ende

Zwei junge Turmfalken hilflos auf einer Wiese? Armin Dammenmiller ist skeptisch, als ihn dieser Notruf am frühen Abend erreicht. Der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) vermutet eher, dass es sich um zwei junge Waldohreulen handelt, die sich zu Fuß einen sicheren Platz suchen. Gleichwohl macht sich der Vogelexperte auf den Weg in die Osterwiesenstarße in Brainkofen – und staunt, als er dort tatsächlich vor zwei Falkennestlingen steht. Sie sind offensichtlich aus einer Brutnische abgestürzt, die in sieben Meter Höhe an einer Gewerbehalle liegt. Dort befinden sich augenscheinlich noch einige ihrer Geschwister.

Ohne Unterstützung ist bei dieser Höhe nichts zu machen. Auch ist es kaum damit

getan, die Jungvögel wieder an ihren Platz zu setzen, der ganz offensichtlich zu knapp für vier bis fünf junge Falken ist. Während die Altvögel mit lautem Warngeschrei die Szenerie umkreisen, ruft Dammenmiller die Feuerwehr an. Mit Einsatz einer Leiter, so hofft er, lassen sich die Jungvögel wieder vereinen – vielleicht in einem geräumigen Niskasten, der als Ersatz für das gefährliche Quartier angebracht werden kann. Doch oh weh, die Leiter der Igginger Wehr ist zu kurz. Kommandant Matthias Behringer verständigt die Kollegen in Schwäbisch Gmünd über den Tiernotfall. Da die Drehleiter mit Personal gerade verfügbar ist, machen sich die Gmünder umgehend auf den Weg nach Brainkofen. Der NABU-Vorsitzende nutzt die Zeit, um einen Dohlenkasten aus seinem Bestand für die Turmfalken umzubauen. Zugleich verständigt er Philip Coetzee, den amtlich zugelassenen Vogelberinger des NABU. Bald treffen die Feuerwehrleute aus Gmünd ein, bringen ihre Drehleiter in Position und starten die Hilfsaktion. In der Höhe wird schnell klar, dass sich das Turmfalkenpaar keinen guten Platz gesucht hat: Für die zwei Absturzopfer und ihre noch im Nest sitzenden Geschwister ist

die Brutnische viel zu klein geworden. Kein Wunder, dass im Durcheinander bei der Fütterung zwei Junge aus dem Nest gedrängt worden sind. Deshalb befestigt NABU-Mann Coetzee mit Hilfe eines Feuerwehrmanns den Behelfsnistkasten unmittelbar neben der Brutnische. Alle fünf Jungvögel werden dann in ihre neue Heimstatt gesetzt – nicht ohne zuvor mit Ringen der Vogelwarte Radolfzell wissenschaftlich korrekt markiert worden zu sein. Nach getaner Arbeit werden die beiden Helfer wieder zu Boden gelassen, begleitet vom herzlichen Dank der

Naturschützer rücken die Feuerwehren wieder ab.

„Ohne die freundliche und tatkräftige Unterstützung der Feuerwehrleute hätten wir diesen tierischen Notfall nicht zu einem guten Ende bringen können“, sagt Armin Dammenmiller. „Die Vögel hätten dann in einer Aufzuchtstation mit großer Hingabe und Engagement großgezogen werden können, aber ob eine Auswilderung gelingt, ist niemals sicher.“ Deshalb rät der NABU dringend, scheinbar hilflos aufgefundene Jungvögel möglichst in der unmittelbaren Umgebung zu belassen und dort in Sträucher oder Bäume zu setzen – am besten natürlich zurück ins Nest.

 

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Fledermäuse:

Walter Beck, 0151 40 38 60 66

Bernd Streit, 07975 35 89 977 

oder 0176 57850251

 

Wildvögel und Kleinsäuger:

Elke Wengert, 0176 4208 7993 oder 07175 8773

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