„Citizen Science“ am Wohnzimmerfenster

NABU lädt zur Vogelzählung bei der „Stunde der Wintervögel“ ein – Naturschützer machen Insektensterben zum Jahresschwerpunkt

Der Seidenschwanz - ein gelegentlicher Wintergast
Der Seidenschwanz stellt sich bei uns manchmal als Wintergast ein. Foto: NABU/Mletzko

Schwäbisch Gmünd. Am Wochenende von 4. Bis 6. Januar heißt es wieder „Stunde der Wintervögel“. Der Naturschutzbund NABU lädt alle Naturliebhaber in und um Gmünd ein, sich an diesen Tagen eine Stunde Zeit zu nehmen um die Vögel in Garten oder Park zu beobachten und aufzuschreiben.

Die bundesweite Aktion hat auch in der Gmünder Gegend eine feste Anhängerschaft. So nahmen nach NABU-Angaben im vergangenen Winter 412 Vogelfreunde teil, die aus 288 Gärten insgesamt 12.804 Vögel meldeten. „Sieger“ wurde auf der Ostalb wie im gesamten Bundesgebiet der Haussperling – er verteidigte den ersten Platz vor der Kohlmeise und dem Feldsperling.

Freilich sei auch bei diesen häufigen Vogelarten ein langsamer aber stetiger Rückgang zu verzeichnen, sagt Walter Beck von der Gmünder NABU-Gruppe. Grund sei der Verlust an Brutgelegenheiten und die Verknappung des Nahrungsangebots im Zuge der immer intensiveren Landbewirtschaftung aber auch die zunehmend naturferne Gestaltung von Gärten und Vorgärten in den Städten. „Alle einheimischen Singvögel brauchen Insekten für die Aufzucht ihrer Jungen“, so Beck. „Wenn sie diese nicht in ausreichender Menge finden, verhungern die Jungvögel, bevor sie ausfliegen oder sie sterben, bevor sie selbst geschlechtsreif werden.“ Ein Schwerpunkt der NABU-Arbeit im Kreis soll deshalb im neuen Jahr der Insektenschwund sein – am Beispiel des „Vogels des Jahres“, der Feldlerche, dem die Naturschützer 2019 mehrere Führungen und Vorträge widmen.

„Die Stunde der Wintervögel ist ein gutes Beispiel für die so genannte Citizen Science, in der Bürgerinnen und Bürger an der Gewinnung wissenschaftlicher Daten mitwirken“, sagt Beck. Von den Ergebnissen verspricht sich der NABU wertvolle Hinweise auf Lebensweise, Bestandsentwicklung und eventuelle Gefährdung gerade der häufigen Vogelarten.

 

Und so funktioniert die „Stunde der Wintervögel“:

 

  • Machen Sie es sich am Fenster gemütlich und beobachten Sie eine Stunde lang Ihren Garten oder Ihr Futterhäuschen. Sie können auch einfach bei einem Spaziergang die Augen offen halten.

  • Schreiben Sie sich Art und Anzahl aller Vögel auf, die Sie in dieser Zeit sehen. Notieren Sie jeweils nur die höchste Zahl der Tiere, die Sie auf einmal miteinander sehen konnten. Das vermeidet Doppelzählungen.

  • Die Liste sollten Sie dann bis spätestens 18. Januar per Post oder E-Mail an den NABU weitergeben. Am einfachsten ist es, den Online-Fragebogen im Internet auszufüllen. Den Teilnehmern winken attraktive Preise.

 

Unter www.stundederwintervoegel.de sind der Meldebogen sowie weitere Infos zur Aktion zu finden. Die Postadresse ist: NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin.


 

Vogel des Jahres

Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2018 Mehr

Tier in Not?

Sie haben in der Region Schwäbisch Gmünd ein hilfloses oder verletztes Tier gefunden und wissen nicht, was Sie tun sollen? Hier finden Sie Rat:

 

Fledermäuse:

Walter Beck, 0151 40 38 60 66

Bernd Streit, 07975 35 89 977 

oder 0176 57850251

 

Große Wildvögel:

Karin Rentschler

07363 81 62 058, oder

0173 66 06 615, oder

Elke Wengert 0176 4208 7993

 

Wildvögel, Kleinsäuger:

Elke Wengert 0176 4208 7993

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